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Ratgeber · Definitionen

GTIN, EAN, UPC und MPN — worin unterscheiden sie sich?

GTIN (Global Trade Item Number) ist der Oberbegriff; EAN (13-stellig, europäisch) und UPC (12-stellig, nordamerikanisch) sind GTIN-Varianten. MPN (Manufacturer Part Number) ist dagegen die interne Hersteller-Bestellnummer und keine GS1-Kennung. Google Shopping akzeptiert GTIN als Pflichtangabe bei Markenprodukten; ohne GTIN muss MPN + Marke angegeben werden. Idealo und die meisten europäischen Preisvergleicher arbeiten ausschließlich EAN-basiert.

Stand: 27. August 2026 · Autor: Ronny Satzke

Die vier Begriffe kurz und bündig

KürzelVollLängeHerkunftBedeutung
GTINGlobal Trade Item Number8, 12, 13, 14 StellenGS1Oberbegriff für alle produktidentifizierenden Nummern des GS1-Systems
EANEuropean Article Number13 StellenGS1 EuropaEuropäische GTIN-Variante, umgangssprachlich in DACH die gebräuchlichste Bezeichnung
UPCUniversal Product Code12 StellenGS1 USA / KanadaNordamerikanische GTIN-Variante
ISBNInternational Standard Book Number13 StellenGS1 BuchBuch-Sonderform der GTIN (Präfix 978 oder 979)
MPNManufacturer Part NumbervariabelHersteller-internInterne Bestellnummer des Herstellers — keine GS1-Kennung

Woher kommt die EAN und wer vergibt sie?

EAN- und GTIN-Kennungen werden weltweit von GS1 vergeben. In Deutschland ist das GS1 Germany (früher CCG). Ein Hersteller kauft ein GS1-Basisnummern-Präfix und vergibt darunter selbst Produkt-EANs. Handelsware (Warenhaus, Discounter) bekommt vom Hersteller eine EAN — der Händler nutzt sie nur, vergibt keine eigene.

Die EAN codiert damit indirekt den Hersteller: die ersten zwei bis drei Stellen identifizieren das Landes-Präfix, die nächsten Stellen den Hersteller, danach folgt die Artikelnummer und schließlich die Prüfziffer.

Prüfziffer selbst berechnen

Jede GTIN endet auf einer Prüfziffer nach dem Modulo-10-Verfahren:

  1. Von rechts nach links werden die Ziffern abwechselnd mit 3 und 1 multipliziert (die Prüfziffer selbst zählt nicht mit).
  2. Alle Produkte werden aufsummiert.
  3. Die Prüfziffer ist die kleinste Zahl, die die Summe auf ein Vielfaches von 10 auffüllt.
Beispiel EAN 4012345678901: Ohne Prüfziffer 401234567890. Rechnung: (4·1)+(0·3)+(1·1)+(2·3)+(3·1)+(4·3)+(5·1)+(6·3)+(7·1)+(8·3)+(9·1)+(0·3) = 4+0+1+6+3+12+5+18+7+24+9+0 = 89. Auf 90 fehlt 1 → Prüfziffer 1. Die vollständige EAN ist 4012345678901.

portalexporte.de führt diese Prüfung automatisch für jede SKU im Feed durch — ungültige Prüfziffern werden gemeldet, bevor sie an Google gehen.

Wo welche Kennung Pflicht ist

PortalGTIN / EANMPNBemerkung
Google ShoppingPflicht bei Markenproduktenja, wenn GTIN fehlt (MPN + brand)Bei Eigenmarken darf GTIN fehlen, dann identifier_exists=no.
Bing Merchant CenterPflicht bei MarkenErsatz möglichAnalog Google.
IdealoPflichtNeinOhne EAN kein Listing — hart.
Guenstiger / BilligerEmpfohlen, meist PflichtNeinOhne EAN oft schwaches Matching.
Amazon MarketplacePflicht (mit Ausnahmen)Ersatz möglich mit GTIN-Ausnahme-AntragFür Eigenmarken: GTIN-Ausnahme über Seller Central.

Was tun bei fehlenden EANs?

Drei Wege, wenn Sie EANs im Sortiment ergänzen müssen:

  1. Beim Hersteller nachfragen — bei Markenware der schnellste Weg. Meist per Excel-Export der eigenen Sortimentsliste an den Vertrieb.
  2. Externe EAN-Datenbanken abfragen — z.B. EAN-Search, GS1 Global Data Bank. Bei bekannten Marken sehr treffsicher.
  3. Automatische Anreicherung — die SKU-Anreicherung von portalexporte.de zieht bekannte GTIN-Zuordnungen aus dem eigenen Katalog (mehr als 13 Millionen strukturierte Produktseiten). Abrechnung nur für tatsächlich ergänzte SKUs.
Nicht empfohlen: Eigene GTINs erfinden oder aus dem Netz gefundene übernehmen. GS1 kann das nachweisen; Google und Amazon sanktionieren mit dauerhaften Account-Sperren. Bei Eigenmarken lieber identifier_exists=no setzen.

GTIN-Belegung im eigenen Feed prüfen?

Wir liefern kostenfrei eine Auswertung, wie viele Produkte in Ihrem Feed vollständig belegt sind — und wo Ergänzungen sinnvoll wären.

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